Karsten Willemer

Karsten Willemer lebt mit seiner Familie in Celle. Er ist dort Pastor an der Pauluskirche.

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Selber denken!

Liebe Gemeinde,

Wir schreiben das Jahr 1521. Es ist Reichstag in Worms. Ein Weltereignis, mindestens ebenso spektakulär wie G7-Gipfel in Hamburg. Die Mächtigen Europas treffen einander. Der Kaiser. Die Kurfürsten und Reichsfürsten des Heiligen Römischen Reiches. Vertreter der Reichsstädte. Der Papst ist ebenso mit einer Gesandtschaft vertreten, wie die Nachbarländer.

Es geht um wichtige politische Fragen. Innenpolitisch geht es um die Machtverteilung: Wer soll das Sagen haben im Reich: Der Kaiser allein oder das Reichsregiment, in dem auch die Fürsten vertreten sind?

Außenpolitisch muss eine Antwort gefunden werden auf die türkische Bedrohung: Das osmanische Reich macht durch Eroberungszüge von sich reden. Noch stehen sie nicht vor Wien, aber die Europäer machen sich Sorgen

Die politische Agenda ist also voll gewichtiger Themen. Doch das, was dem Reichstag zu Worms einen Platz in den Geschichtsbüchern sichert, steht eigentlich gar nicht auf der offiziellen Tagesordnung.

Am Rande des Reichstages soll ein kleiner Mönch die Gelegenheit bekommen, seine Irrlehren zu widerrufen, um so der drohenden Reichsacht zu entgehen. Eigentlich eine reine Formsache. Ein unbedeutender aber leider notwendiger Verwaltungsakt.

Doch dann kommt alles anders. Der kleine Mönch, Bruder Martin aus Wittenberg, weigert sich, seine Schriften zu widerrufen.  Und mit dieser Weigerung löst er eine wahre Revolution aus.

Ja, richtig: Eine Revolution!

Kirchenpolitisch und theologisch, nennen wir das, was da vor 500 stattfindet, Reformation. Also eine weitgehend geordnet verlaufende Erneuerung des theologischen Denkens und kirchlichen Lebens.

Doch mit seinem Bekenntnis vor dem Kaiser in Worms, markiert Martin Luther auch eine Revolution im Verhältnis des Einzelnen gegenüber der Institution.

Mit anderen Worten: Martin Luther hat in Worms die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit des Gewissens gegen Macht der Kirche und der Krone verteidigt.

Wenn wir heute über das reformatorische Prinzip: „Sola scriptura – Allein die Schrift“ reden, dann geht es auch um die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit des Gewissens.

Was hat er nun gesagt vor dem Kaiser?

Wie begründet er, dass er seine theologischen Lehren nicht widerruft?

Martin Luther sagt Folgendes:

„Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“

Mit diesen Worten sagt Martin Luther etwas für seine Zeit revolutionäres. Er holt diejenigen vom Sockel, die seit Jahrhunderten als Hüter der göttlichen Wahrheit galten: Den Papst und die Konzile, die großen Kirchenversammlungen, in denen um die Grundfragen der Lehre gestritten wurde.

Bisher war es so: Die Kirche legt fest, was die Menschen zu glauben haben. Die Kirche bzw. ihre Gelehrten gehören zu den wenigen, die lateinische Texte lesen können. Deshalb können nur sie die Bibel lesen und auslegen. Das einfache Kirchenmitglied hat diese Möglichkeit nicht. Lesen können nur wenige, Latein oder gar Griechisch oder Hebräisch versteht kaum einer.

Deshalb ist das Kirchenvolk auf das angewiesen, was die Kirche als Wahrheit präsentiert. Die Kirche sagt, was richtig ist und was falsch. Die Kirche sagt, was du glauben sollst, und was du tun sollst. Und du hast keine Möglichkeit das zu hinterfragen.

Martin Luther protestiert: „weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich“ sagt er selbstbewusst. Luther will selbst herausfinden, was die Wahrheit ist. Er will nicht auf die Antworten Dritter angewiesen sein.

Luther sucht die Wahrheit in der Heiligen Schrift. Die Bibel ist für ihn die Quelle der Wahrheit. Denn Sie gibt Zeugnis von Jesus Christus, dem Wort Gottes. Luther ist überzeugt: Wenn ich gründlich genug die Bibel studiere, dann dringe ich zur Wahrheit vor. Ich brauche kein kirchliches Lehramt. Ich kann selber Denken. Auch mir erschließt sich die göttliche Botschaft, die die Bibel offenbart.

Sola Scriptura – Allein die Schrift! Dieser Satz ist zunächst einmal eine Abgrenzung gegen das Lehramt der Kirche.

Bibel und Kirchliches Lehramt gehören zusammen, sagen der Papst und seine Leute. Die Kirche sagt dir, wie du die Bibel verstehen musst!

Nein, sagt dagegen Martin Luther. Du musst selber denken. Du musst selbst in der Heiligen Schrift lesen, nur dann öffnet sich ihre Botschaft für dich.

Luther befreit den Einzelnen aus der Vormundschaft der Kirche.

Gleichzeitig mutet er ihm zu, selbst auf die Suche nach der Wahrheit zu gehen.

Sola Scriptura – Allein die Schrift! bedeutet: Das Wort Gottes begegnet mir unmittelbar – und ich ihm. In dieser Begegnung entsteht das Verstehen. Ich kann mich in dieser Begegnung nicht vertreten lassen: nicht durch den Pastor oder den Papst oder wem auch immer. Nur wenn ich mich selbst und persönlich auf die Begegnung mit der Heiligen Schrift einlasse, entsteht das Verstehen.

Natürlich geschieht die Begegnung mit der Bibel nicht im luftleeren Raum. Jeden Moment begegnet die Heilige Schrift irgendeinem Menschen, und so entsteht in jeder Sekunde immer wieder neues Verstehen, es entstehen neue  Auslegungen.  Die Fülle theologischer Bücher ist groß.

Und diese vielfältigen Auslegungen der Bibel beeinflussen natürlich auch mein eigenes Verstehen.

Ich bin geprägt, von dem was ich höre: Im Konfirmandenunterricht oder in der Predigt, oder was ich lese in den Bibelkommentaren und Andachtsbüchern.

Dennoch bleibt es meine Verantwortung, die Bibel zu verstehen. Ich kann nicht auf andere verweisen, nicht auf die kirchliche Lehre, nicht auf die Auslegung früherer Zeiten. Ohne die direkte Begegnung mit der Bibel geht es nicht.

Das ist übrigens der Grund, dass Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzt hat. Und das ist auch der Grund, warum wir wollen, dass jeder Konfirmand sich eine eigene Bibel anschafft und darin liest. Nur wenn du selbst zur Begegnung mit der Bibel kommst, wird sich ihre Wahrheit für dich öffnen.

Zum Verstehen der Bibel braucht es also zwei Dinge: Die Bibel und – Dich!

Insofern ist der Satz: Allein die Schrift! missverständlich. Wenn die Bibel allein bleibt, dann bewirkt sie nichts. Erst in der Begegnung mit dir – mit mir – zeigt sich ihr Schatz.

Martin Luther hat das gewusst. Und er hat das auch gesagt, damals in Worms.

Luther nennt zwei Dinge, die die menschliche Persönlichkeit ausmachen: Die Vernunft und das Gewissen. Beides muss mit der Bibel ins Gespräch gebracht werden, sonst ist kein segensreiches Verstehen möglich.

Wer sich mit der Bibel beschäftigt, muss also nicht seine Vernunft ablegen. Er muss auch nicht sein Gewissen ausschalten und stumpf nachbeten, was er in der Bibel liest. Im Gegenteil: Die Vernunft und das Gewissen sind ganz wichtig, um zu einem Verstehen der Biblischen Botschaft zu kommen.

Dieser Gedanke ist in späteren Zeiten teilweise verloren gegangen. Im Streit um die rechte Auslegung pochen manche auf den buchstäblichen Sinn, den sie in der Bibel zu lesen meinen. „Das steht so da. Das muss so sein!“, sagen sie. „Nur wer die Bibel wörtlich nimmt, versteht sie richtig.“

Ich habe meine Zweifel an dieser Art der Bibelauslegung.

Zum einen bin ich skeptisch, wenn Menschen vollmundig behaupten: „Dies ist die einzig wahre Auslegung der Bibel. Entweder du verstehst sie so, oder du verstehst sie falsch.“ Das erinnert mich zu sehr an den päpstlichen Anspruch zurzeit von Martin Luther.

Zum anderen bin ich skeptisch, dass sich die eine wörtliche oder buchstäbliche Auslegung so einfach finden lässt. Die Bibel bietet eine ganze Bibliothek an Büchern unterschiedlichster Art. Sie sind zu unterschiedlichen Zeiten entstanden und ihre Zielrichtungen sind jeweils unterschiedlich. Da gibt es Gelegenheitsschreiben wie die Paulusbriefe und große geschichtstheologische Werke wie die Chronikbücher, Liedsammlungen wie die Psalmen und Gesetzestexte wie sie in den sogenannten 5 Büchern Mose zu finden sind. So unterschiedlich wie die Textsorten so unterschiedlich sind auch die Aussagen der biblischen Bücher. Mal wird zum Frieden aufgerufen, mal zum Kampf. Mal wird das Gesetz hervorgehoben, mal der Glaube. Und selbst die vier Evangelien unterscheiden sich und beschreiben den Weg Jesu mit jeweils eigenen Akzenten. Wer nach einem wörtlichen oder buchstäblichen Sinn sucht, kann sich in dieser Vielfalt leicht verlieren.

Allerdings habe ich den Verdacht: Meistens geht es andersherum: Man hat eine bestimmte Vorstellung im Kopf, und mit der geht man an die Bibel heran. Wenn man dann einen Satz findet, der der eigenen Vorstellung entspricht, wählt man ihn aus und unterstreicht damit, was man sagen will. Der Bibelvers gibt der eigenen Meinung damit eine besondere Autorität – denn es steht ja in der Bibel.

Wenn ich das so machen wollte, könnte ich jetzt den Satz aus dem 2. Korintherbrief anführen:

„Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2. Kor. 3,6)

Der Satz illustriert sehr treffend, was ich sagen will: Eine schlichte wörtliche Auslegung der Bibel führt auf den Holzweg. Notwendig ist eine intensive Auseinandersetzung mit der Bibel, um deren Geist zu verstehen.

Wenn ich es mir einfach machen wollte könnte ich nun sagen: Und Paulus hat das auch schon so gesehen.

Denn es steht geschrieben: „der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“

Verführerisch einfach, diese Art der Auslegung. Allerdings werde ich Paulus damit nicht gerecht. Denn der zitierte Satz passt zwar wunderbar in meinen Gedankengang. Aber Paulus hatte eigentlich ein ganz anderes Problem. Ihn beschäftigte die Frage, welche Geltung die Thora in der Zeit des Neuen Bundes hat und welche Beziehung zwischen der Thora und dem Heiligen Geist bestehen. Gelten die Vorschriften der Thora auch für Christen die keine Juden sind? Das war die zentrale Frage des Paulus.

Martin Luther wiederum hat eine andere Frage beschäftigt? Wer bestimmt eigentlich, was die göttliche Wahrheit ist? Wer ist eigentlich derjenige, der das Recht hat, verbindliche Aussagen zur Botschaft der Bibel zu machen.

Seine Antwort in Worms ist:

Der einzelne Mensch, der sich mit seiner Vernunft und nach bestem Wissen und Gewissen mit der Bibel auseinandersetzt, der findet auch zur Wahrheit. Er braucht keine Kirche als Wahrheitsvermittlerin.

Wenn wir heute nach der Bibel fragen, dann beschäftigen uns wieder andere Fragen: Wenn wir uns mit der Bibel beschäftigen, können wir an die biblischen Texte mit den Methoden herangehen, die wir bei der Auslegung anderer Texte benutzen? Da geht es nicht nur um historisch-kritische Auslegung, sondern auch um Poesie. Und auch um juristische Fragen im Blick auf die Gesetzestexte.

Lässt die Bibel es zu, sie als Gottes Wort in menschlicher Gestalt zu verstehen? Oder müssen wir sie in den Himmel heben, weil sie heilig ist und unantastbar? Andererseits: Führt eine Bibelauslegung, die die Bibel wörtlich nimmt, nicht zu einem Fundamentalismus? Und lernen wir nicht gerade schmerzhaft, dass Fundamentalismus (in welcher Form auch immer) ein gefährlicher Irrweg ist?

Was ich damit sagen will ist: Jede Zeit hat ihre eigenen Fragen an die Bibel, und jede Generation muss eigene Antworten finden. Ja mehr noch: Jeder und jede von uns muss eigene Antworten auf die eigenen Fragen finden.

Das bedeutet nicht: Alles geht – alles ist egal. Aber es bedeutet: Kein Mensch hat für sich allein die eine richtige Auslegung. Die Bibel offenbart ihre Wahrheit in der Begegnung. In der Begegnung zwischen Mensch und Wort. Und in der Begegnung der Menschen untereinander, die gemeinsam auf der Suche sind.

 

Ich fasse zusammen:

Sola Scriptura – Allein die Schrift!

Das bedeutet: Das Wort Gottes begegnet mir unmittelbar – und ich ihm. In dieser Begegnung entsteht das Verstehen.

Das bedeutet weiter: Die Botschaft der Bibel muss immer wieder neu entdeckt werden, in jeder Zeit neu und von jedem Christen neu.

Das bedeutet schließlich: Kein Mensch kann für sich behaupten, die eine richtige Auslegung der Heiligen Schrift gefunden zu haben. Wir sind alle auf der Suche. Wir sind alle im Gespräch mit der Heiligen Schrift und miteinander.

Gott schenke uns seinen Heiligen Geist damit wir die Bibel lesen und verstehen können in segensreicher Weise. Amen


[Die Predigt wurde geschrieben für den Gottesdienst am 10. September 2017 in der Pauluskirche Celle. Im Rahmen einer Predigtreihe haben wir uns mit den vier reformatorischen Grundsätzen (allein Christus, allein durch Glaube, allein durch Gnade, allein die Schrift) beschäftigt.]

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Bild: Felix Willemer

„Wer’s glaubt, wird selig!“

Eine Weihnachtspredigt.

Liebe Gemeinde,

„Wer’s glaubt, wird selig!“

So haben wir in der Schule immer gesagt, wenn ein Mitschüler eine besonders unglaubliche Geschichte erzählt hat.

„Meine Eltern schenken mir das Iphone 7 zu Weihnachten“!

„Ich habe einen Fußball mit den originalen Unterschriften der Nationalspieler bekommen.“

„Ich kann mit dem Fahrrad auf einem Rad einmal um die Schule fahren.“

Immer wieder kam irgendein Schüler mit solch einer Geschichte. Und meistens erntete er dieselben Worte, die in der Regel ironisch gemeint waren:  „Wer’s glaubt, wird selig!“ Sagen wollten wir eigentlich: „Das glaubst du doch selbst nicht!“

Der Evangelist Lukas erzählt heute auch eine unglaubliche Geschichte. Wir haben sie eben gehört:

Die Geschichte vom Retter der Welt; von der großen Liebe Gottes und dem kleinen Kind in der Krippe; von der Familie in der Fremde, die zunächst keinen Raum in der Herberge fand; von den Hirten auf dem Felde, denen der Engel Gottes begegnet. Von den himmlischen Heerscharen und ihrem Lobgesang.

Eine unglaubliche Geschichte! Nicht so sehr wegen der Engel. Engel sind inzwischen Standard bei uns – vor allem in der Weihnachtszeit, aber nicht nur dort. Schutzengel zum Beispiel haben Hochkonjunktur. Als Schlüsselanhänger kann man sie sogar am Lauensteinplatz kaufen.

Auch die Geburtsgeschichte wirkt in unseren Ohren nicht unglaublich: Ein Kind ohne Vater ist heute ebenso normal wie jede Art von Patchwork: Meine, deine, unsere, adoptiert oder in Pflege, alleinerziehend, 2 Väter, 2 Mütter oder noch anders gemischt – Familien sind bunter geworden. Aber vielleicht waren sie das zu anderen Zeiten auch.

Unglaublich an der Geschichte des Lukas ist auch nicht die Not der Menschen, die nichts haben außer einem Futtertrog für ihr Kind. Bei Lukas ist es nicht ganz sicher, ob es die Armut ist, die die Familie in den Stall treibt oder ob die Stadt Bethlehem einfach nur voller Reisenden ist und es deshalb keinen Raum in der Herberge gibt.

Jedenfalls erinnert die Krippe, also der Futtertrog, daran, dass auch heute Kinder unter uns leben, die nicht fröhlich und ohne Sorgen unter dem Weihnachtsbaum feiern können.Manche Familie kann sich keinen Baum leisten.Und auch keine Geschenke. Das ist heute nicht anders als damals bei der Geburt Jesu.

Und weil wir gerade von der Not sprechen: Die dramatischsten Geschichten, die von der Geburt Jesu erzählt werden, erspart uns Lukas. Sein Kollege Matthäus ist nicht so zart besaitet. Er erzählt von dem Kindermord, den König Herodes in Bethlehem befiehlt, um einen möglichen Konkurrenten auszuschalten. Ein Attentat aus Hass und Machtgier. Leider ganz aktuell in diesem Jahr! Auch von der Flucht vor dem Terror erzählt Matthäus. Und auch damit trifft er unsere Erfahrungen ziemlich genau.

Die Geburtsgeschichte Jesu ist uns in vielen Teilen also ganz nahe und entspricht unseren Erfahrungen. Dennoch ist sie eine unglaubliche Geschichte.Also eine Geschichte, die manchen ins Staunen versetzt und manchen auch ins Zweifeln. Für viele andere ist diese Geschichte vor allem unglaublich schön! Sie weckt Hoffnung und Zuversicht in dunkler Zeit.

Die Weihnachtsgeschichte ist eine unglaublich schöne Geschichte, wenn wir einmal dabei auf Gott schauen. Ja, der spielt auch mit in der Geschichte! Das vergessen wir manchmal vor lauter Lametta, Tannengrün und Schnee, vor lauter Kling-Glöckchen-Romantik und Glühweinseligkeit. Gott spielt auch mit in der Weihnachtsgeschichte, und die Rolle, die Gott in der Geschichte spielt, die ist einfach erstaunlich; unfassbar – und auch unglaublich schön!

Dass er das wirklich macht! Dass er sich wirklich so klein macht! Sich ausliefert in die Hände der Menschen.Sich in einen hilflosen Säugling verwandelt. Vielleicht nicht vollständig.Aber doch so, dass er ganz da ist – in diesem Kind.Gott wird Mensch.Gott wird ein Kind! Ein Windelbaby. Wer kann das begreifen? Warum macht Gott das?

„Es ist Liebe“! sagt Johannes.

Ein weiterer Kollege von Lukas und Matthäus. Auch er hat ein Evangelium geschrieben. Und darin schildert er seine ganz eigene Sicht der Weihnachtsgeschichte. Er erzählt nicht die Geschichte der Geburt Jesu mit Krippe und Hirten – so wie Lukas es tut. Er erzählt auch nicht die Geschichte von Flucht und Kindermord – die wir bei Matthäus lesen können. Johannes erklärt uns das Warum. Johannes gibt uns die Antwort auf die Frage: Warum macht Gott das? Warum macht sich der große Gott so klein, dass er in einem Kind zur Welt kommt.

Johannes sagt: (Joh. 3,16f)

16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

„Es ist Liebe“, sagt Johannes. Gott liebt die Welt und will sie retten. Das ist alles. Allein aus diesem Grund wird Gott Mensch. Allein aus diesem Grund wird er zum Kind. Sendet er seinen Sohn. Beides meint im Prinzip dasselbe. Denn im Sohn ist der Vater anwesend. Der Sohn ist der Stellvertreter des Vaters. Die Geburt des Sohnes zeigt uns:Gott ist in der Welt.Gott wagt sich als Mensch in die Welt, um sie zu retten. Erstaunlich!

Wenig erstaunlich ist die Tatsache, dass unsere Welt dringend einen Retter braucht. Ja, wir haben Rettung nötig! Berlin, Aleppo, Paris, Ansbach, Istanbul, Kabul, Ankara, Orlando, Tel Aviv, Lahore. Das alles sind Namen von Städten, in denen in diesem Jahr ein Terroranschlag verübt wurde. Nur eine kleine Auswahl.

Besonders nahe ist uns der Anschlag in Berlin. Ein Weihnachtsmarkt, so wie es ihn auch hier in Celle gibt.Vielleicht ist jemand, den wir kennen, in den vergangenen Wochen in Berlin gewesen. Oder lebt dort. Wenn wir solche Gedanken denken, dann kommt uns diese abscheuliche Tat erschreckend nahe.

Viel weiter weg sind die anderen Orte, die wir nur aus den Medien kennen. Und doch erschrecken uns auch jene Bilder der Not und der Gewalt. Auch die Bilder der Flucht. Besonders die Bilder von Kindern in Not. Ja, unsere Welt hat Rettung nötig!

Die Botschaft der Weihnachtsgeschichte lautet: Der Retter ist da. Die Welt ist nicht verloren. Auch wenn wir tagtäglich von Hass und Gewalt, Krieg und Flucht, Armut und Krankheit hören müssen.Das alles wird eines Tages ein Ende haben. Der Retter ist in der Welt. Gott hat seine Welt nicht aufgegeben!

 „Wer’s glaubt, wird selig!“ sagt Johannes. Und er sagt es nicht ironisch, so wie wir früher in der Schule. Er meint es wirklich! Johannes sagt voller Überzeugung: „Wer’s glaubt, wird selig!“

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

„Wer’s glaubt, wird selig!“ - Nicht, weil Gott aussortiert in Glaubende und Zweifler. Nicht weil er eine Prüfung veranstaltet, an der ich scheitere, wenn ich den falschen Glauben habe. Nein, Gott, will die ganze Welt retten! Johannes sagt: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

„Wer’s glaubt, wird selig!“: Das gilt! Weil der Glaube mir hilft in dieser dunklen Zeit. Der Glaube hilft mir, nicht zu verzweifeln.Der Glaube hilft mir, fröhlich zu bleiben, trotz aller bitteren Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen muss. Der Glaube gibt mir die Kraft, immer wieder neu anzufangen und jeden Tag etwas Gutes zu versuchen. Der Glaube macht mir Mut, den Mund aufzumachen, wenn anderen Unrecht geschieht oder wenn Schwache zur Zielscheibe von Spott werden. 

Der Glaube gibt mir Orientierung in dieser unübersichtlichen Zeit. Er zeigt mir einen Weg, der ins Leben führt.Der Glaube öffnet meine Sinne für die Wunder Gottes.

„Wer’s glaubt, wird selig!“: Ja, das ist wahr! Das gilt besonders in diesen Tagen. Und besonders für die Weihnachtsbotschaft.

Deshalb noch einmal zum Schluss die Botschaft der Engel aus der unglaublich schönen Weihnachtsgeschichte des Lukas:

Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

„Wer’s glaubt, wird selig!“

Amen.

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Starke Mütter

»Starke Frauen«: Auf verschiedene Weise ist mir dieser Begriff in letzter Zeit begegnet. Im letzten Gemeindebrief wurde der Kleidermarkt für »starke Frauen« angekündigt. Hier diente der Begriff als Umschreibung für Frauen mit einer größeren Kleidergröße. Die Straßenzeitung »Asphalt« gab ihrer Februar-Ausgabe den Titel »Starke Frauen« und berichtete von Frauen, die auf ganz verschiedene Weise Stärke zeigen: z.B. die Präsidentin der Welthungerhilfe, Sport-Übungsleiterinnen oder eine Asphalt-Verkäuferin.

Im Fernsehen wiederum dachte der Kabarettist Torsten Sträter laut über den Begriff der starken Frauen nach. »Wenn man stark bei Frauen extra dazu sagen muss«, so Sträter, »warum gibt es dann für Männer kein passendes Adjektiv, z.B. ›geduscht‹.« Torsten Sträter betont: Alle Frauen sind stark, nicht nur diejenigen, die als starke Frauen bezeichnet werden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Hanna Legatis in der Asphalt-Zeitung, wenn sie die Gleichsetzung von »stark« und »erfolgreich« in Frage stellt. Starke Frauen sind nicht immer diejenigen, die als erfolgreich gelten und im Rampenlicht stehen. Mit den Worten von Torsten Sträter: »Jede Altenpfegerin ist stärker als Iris Berben.«

In der Bibel spielen Frauen eine wichtige Rolle, auch wenn sie zahlenmäßiger viel weniger vorkommen als Männer. Meistens erscheinen Frauen als Mütter oder Ehefrauen, doch es gibt auch Ausnahmen. Im Buch Josua findet eine Hure positive Erwähnung (Jos. 2). Und Ruth, deren Name sogar ein biblisches Buch betitelt, wird für ihre Treue als Schwiegertochter gerühmt. Dass Frauen in der Bibel häufig als Mütter in Erscheinung treten, kann man als männlich geprägte Einseitigkeit bedauern. Auf der anderen Seite: Was wäre die Bibel ohne Eva, Sarah, Rebekka, Rahel, Lea, Hanna, Elisabeth oder Maria (um nur einige Mütter zu nennen)?

Was wäre die Welt ohne Mütter? Ohne Frauen fehlt die Hälfte der Geschichte – ohne Mütter fehlt alles. Denn ob Frau oder Mann: Wir alle sind Kinder unserer Mütter. Sie haben uns geboren und haben uns auf ganz unterschiedliche Weise Entscheidendes mitgegeben. Der Kabarettist Sträter formuliert es so: »Ohne die intensive Vorarbeit meiner Mutter würde ich ohne Hose auf die Straße gehen.«

Der Muttertag, den wir in diesem Jahr am 8. Mai feiern, hat eine zwiespältige Geschichte. Doch wie immer wir zu diesem Tag stehen, wir sollten uns regelmäßig (und nicht nur einmal im Jahr) an all das Gute erinnern, das wir unseren Müttern verdanken.

In diesem Sinne: Alles Gute zum Muttertag!

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Ein Versprechen an die Welt

Eine Predigt zur Himmelfahrt Jesu

Liebe Gemeinde,

das Evangelium ist wie das Wetter im April.

Das Evangelium ist ein Versprechen.

Es ist ein Versprechen, bei dem man nicht immer erkennen kann, ob es eingelöst werden wird.

So wie im April das Wetter manchmal den Frühling ankündigt, und manchmal so herbstlich wirkt wie ein Novembertag.

Auch in den ersten Maitagen haben wir das erleben können. Nach dem warmen Anfang mit zwei sonnigen Tagen kam am Dienstagmorgen erneut der Regen zu uns.  - und wie es heute ist, sehen wir ja gerade –

Auch beim Evangelium ist nicht immer so klar zu erkennen, wie es werden wird.

Natürlich: Die Ansage ist klar und deutlich:

„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen!“ sagt Jesus.

„Jesus wird wiederkommen!“ sagen die Männer in weißen Gewändern.

Aber für die Jünger ist es nicht so eindeutig zu erkennen. Und für uns oft auch nicht.

Die Jünger schauen in den Himmel.

Sie schauen in den leeren Himmel, versuchen Jesus mit den Augen zu entdecken, versuchen ihn festzuhalten mit ihren Blicken.

Doch Jesus ist fort.

Die Jünger schauen in den Himmel, angefüllt mit den Erfahrungen der vergangenen Tage.

Was haben Sie nicht alles erlebt seit dem Moment, da Jesus zu ihnen kam und sagte: Folge mir nach!

Sie haben ihre Heimat verlassen, ihre Familien zurückgelassen, ihre Fischerboote, Werkstätten, Zollstationen und Bettelplätze.

Sie waren mit Jesus umher gezogen.

Sie hatten seinen Worten gelauscht. Hatten wie alle anderen gestaunt, wenn er einen Kranken heilte.

Sie waren überwältigt gewesen von den Wundern und den göttlichen Zeichen, die sich um sie herum ereigneten.

Sie erlebten voller Schrecken, wie Jesus angefeindet wurde.

Verrat und Verleugnung, Folter, Verspottung und das Todesurteil. Die Hinrichtung auf dem Galgenberg. Der Tod. Das Ende.

Und dann die unglaubliche Nachricht: Jesus lebt! Das Grab ist leer!

Wieder staunen! Wieder überwältigt sein!

Und jetzt die Begegnung mit dem Auferstandenen selbst.

Wieder können Sie seine Gegenwart erleben, seinen Worten lauschen, und sie staunen erneut über seine kraftvolle Ausstrahlung. Als ob Gott in ihm leuchten würde.

Und nun wieder ein Abschied.

Jesus entschwindet in dem Himmel.

Das Auge versucht, ihn festzuhalten. Doch er entzieht sich immer mehr.

Schließlich ist er fort.

Welch ein Wechselbad der Gefühle!

Welch ein bunter Strauß an Erfahrungen!

Kein Wunder, dass die Jünger wie gebannt in den Himmel blicken.

Sie sind für den Moment unfähig etwas anderes zu tun. Die Fülle der außergewöhnlichen Erlebnisse hat sie erstarren lassen.

Für uns heute hier in Celle erscheint die Geschichte Jesu viel weniger spektakulär.

Wir haben sie nicht unmittelbar erlebt, sondern bekommen sie berichtet, von Zeugen wie Lukas und anderen.

Wir haben im Konfirmandenunterricht von Jesus gehört, haben vielleicht die eine oder andere Geschichte selbst in der Bibel nachgelesen. Und am Sonntag hören wir im Gottesdienst davon.

Für uns heute hier in Celle erscheint die Geschichte Jesu wie eine alte Geschichte.

Mehr oder weniger bekannt.

Mehr oder weniger spannend.

Aber in keinem Fall so aufregend, dass wir nur noch gebannt in den Himmel blicken könnten.

Ja, wenn es heute passieren würde, das wäre etwas anderes.

Wenn heute das passieren würde, was die Männer in weißen Gewändern angekündigt haben: Dass Jesus auf demselben Weg wiederkommt. Wenn er also auf einer Wolke vom Himmel schweben würde und hier auf der Wiese landen würde.

Das wäre schon ein Spektakel!

Da würde sich die Cellesche Zeitung ärgern, dass sie heute Morgen ihren Fotografen nicht hierher geschickt hat.

Wenn wir heute diesen Moment erleben würden, das wäre dann doch etwas Besonderes.

Das wäre dann ebenso aufregend wie das, was die Jünger damals erlebt haben.

Die Jünger blicken wie gebannt in den Himmel.

Erst als die Männer in den weißen Gewändern sie ansprechen kommen sie wieder zu sich. Die Worte der Männer rufen sie in die Gegenwart zurück.

„Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“

Erstaunlich, dass gerade diese Worte die Jünger dazu bringen, den Blick vom Himmel abzuwenden.

Denn wenn Jesus von dort wiederkommt, dann würde es sich doch lohnen, nach ihm Ausschau zu halten. Müssten Sie also nicht erst recht ganz aufmerksam in den Himmel starren?

Die Jünger machen das Gegenteil.

Sie kehren nach Jerusalem zurück und beginnen ihr Leben als Gemeinde zu ordnen.

Sie organisieren den Alltag, wählen einen Ersatz-Apostel für Judas und erledigen ihre Aufgaben.

Eine bemerkenswerte Reaktion auf die Himmelfahrt Jesu und die Worte der Männer.

Die Jünger haben die Worte Jesu und die Worte der Männer in den weißen Gewändern offenbar als Versprechen verstanden.

Als Versprechen, dass Gott die Geschichte gut weiter führen wird. So wie er es bisher getan hat.

Die Jünger haben erkannt, dass Gottes Hand im Spiel war bei allem, was sie mit Jesus erlebt haben.

Und sie haben erkannt, dass das auch weiterhin so sein würde.

Die Himmelfahrt Jesu war nicht das Ende der Geschichte. Sie ist der Übergang zu einem neuen Kapitel.

Ein Kapitel, in dem die Kraft des Heiligen Geistes eine besondere Rolle spielt.

Ein Kapitel, in dem sie – die Jünger – selbst zu Zeugen werden für das Evangelium.

Ein Kapitel das bis heute fortdauert, und in dem wir heute hier in Celle auch eine Rolle spielen.

Ja, auch wir sind ein Teil der Geschichte!

„ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“

Die Worte Jesu gelten nicht nur seinen zwölf Jüngern, sondern ebenso uns heute.

Wir sind seine Zeugen hier in Celle und an den Orten, an die wir gestellt sind.

Wir verkörpern das Evangelium.

Wir machen die Liebe Gottes in der Welt sichtbar.

Eine große Aufgabe. Und doch nicht zu groß.

Denn es ist nicht mehr von uns verlangt, als das wir uns im Alltag bewähren.

Wir müssen keine Wundertaten vollbringen.

Wir müssen nicht über Wasser gehen.

Es reicht, wenn durch unser alltägliches Verhalten etwas spürbar wird von Gottes Liebe zur Welt.

Weiter geben, was wir erfahren haben. Freundlichkeit  und Wertschätzung den anderen entgegenbringen. Auch denen, die mir nicht spontan sympathisch sind.

Nach den Bedürfnissen des anderen fragen, ebenso wie nach den eigenen.

Es sind die kleinen Taten, die die Welt verändern.

 

„Das Evangelium ist wie das Wetter im April.“ So habe ich angefangen. Es ist nicht eindeutig erkennbar, wie die Geschichte ausgeht, wenn wir nur auf das aktuelle Wetter schauen.

Doch die Erfahrung sagt uns: Der Sommer wird kommen. Man weiß nicht genau wann. Aber er wird kommen.

Ebenso sagt uns der Glaube: Jesus wird wieder kommen. Gott bringt die Geschichte zu einem guten Ende.

Und bis dahin machen wir weiter.

Fröhlich, geduldig, unbeirrt und in der Kraft des Heiligen Geistes.

Wir leben im Angesicht Gottes und sind seine Zeugen in dieser oft stürmischen Welt.

Wir machen weiter und vertrauen darauf:

Er wird kommen.

Ganz gewiss!

Amen.





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Ein Gebet am Buß- und Bettag

Guter Gott,

wir bitten dich für die Opfer der Attentate in Paris und für alle Opfer, die der Terror des IS bereits gefordert hat. Halte die Toten in deiner Liebe geborgen. Heile die Wunden der Verletzten. Tröste die Trauernden und schenke den Verängstigten neuen Lebensmut.

Wir bitten dich für die Flüchtlinge, die aus der Not zu uns kommen. Schenke ihnen Frieden und die Chance auf ein gutes Leben. Ermögliche ihnen, ein anerkannter Teil unserer Gesellschaft zu werden, und lass sie ihren Beitrag leisten durch die Gaben, die sie mitbringen.

Wir bitten dich für unser Land das vor einer großen Herausforderung steht. Lass uns alle miteinander mutig und solidarisch arbeiten für ein Deutschland im Sinne des Grundgesetzes: Offen, sozial, frei und demokratisch. Stärke die Stimmen der Vernunft und des Ausgleichs, damit nicht Angst und Ideologie unser Handeln bestimmt.

Wir bitten dich für uns, deine Kirche: Dass wir auch weiterhin die Stimme erheben und deine Liebe in der Welt bezeugen, dass wir den Armen Hilfe geben, den Schwachen Schutz und den Fremden Heimat. Dass wir nicht schweigen zu Unrecht und Hass.

Guter Gott, wir sind angewiesen auf deine Gnade.Sie ist die Hoffnung für unsere Kirche, für unsere Welt, für uns selbst.Darum bitten wir dich: Bleibe bei uns, jetzt und immer. Amen.





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Osterwoche? Karwoche!

Manchmal staune ich über den Unsinn, den auch seriöse Medien mitunter verbreiten. So nannte der Moderator der gestrigen Sendung "heute nacht" die jetzige Woche "Osterwoche".

Das ist in doppelter Weise falsch. Denn das Thema dieser Woche ist nicht Ostern, sondern der Passionsweg Jesu mit dem traurigen Höhepunkt am Karfreitag.

Ostern feiern wir erst nächste Woche! Und damit wird der zweite Fehler deutlich, den der Fernsehmoderator gemacht hat. Die Woche beginnt nach christlicher Zählung mit dem Sonntag, dem Tag der Auferstehung Jesu.

Insgesamt offenbart der Moderator eine erschreckende Unkenntnis im Blick auf die eigene Kultur. Das sollte nicht nur Theologen und Kirchenleitungen aufmerken lassen, sondern auch Bildungspolitiker.

Bildung ist notwendig. Dazu gehört auch ein Grundwissen über das Christentum.

Ich wünschen Ihnen eine gesegnete Karwoche!
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"Wir können die Welt schöner machen!"

Predigt mit Lukas 8,4-8 und 11-15. Die Predigt war Teil des Vorstellungsgottesdienstes der Hauptkonfirmanden in der Pauluskirche. Zu Gast in dem Gottesdienst war das Projekt Brückenbau, das von seiner Arbeit berichtet hat.


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