Karsten Willemer

Karsten Willemer lebt mit seiner Familie in Celle. Er ist dort Pastor an der Pauluskirche.

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Osterwoche? Karwoche!

Manchmal staune ich über den Unsinn, den auch seriöse Medien mitunter verbreiten. So nannte der Moderator der gestrigen Sendung "heute nacht" die jetzige Woche "Osterwoche".

Das ist in doppelter Weise falsch. Denn das Thema dieser Woche ist nicht Ostern, sondern der Passionsweg Jesu mit dem traurigen Höhepunkt am Karfreitag.

Ostern feiern wir erst nächste Woche! Und damit wird der zweite Fehler deutlich, den der Fernsehmoderator gemacht hat. Die Woche beginnt nach christlicher Zählung mit dem Sonntag, dem Tag der Auferstehung Jesu.

Insgesamt offenbart der Moderator eine erschreckende Unkenntnis im Blick auf die eigene Kultur. Das sollte nicht nur Theologen und Kirchenleitungen aufmerken lassen, sondern auch Bildungspolitiker.

Bildung ist notwendig. Dazu gehört auch ein Grundwissen über das Christentum.

Ich wünschen Ihnen eine gesegnete Karwoche!
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"Wir können die Welt schöner machen!"

Predigt mit Lukas 8,4-8 und 11-15. Die Predigt war Teil des Vorstellungsgottesdienstes der Hauptkonfirmanden in der Pauluskirche. Zu Gast in dem Gottesdienst war das Projekt Brückenbau, das von seiner Arbeit berichtet hat.


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Gott lernt dazu.

Und wir?

Keine Gnade für die Mörder!
Todesstrafe!
Sofortige Abschiebung!
Hart durchgreifen!

Gott macht nicht nur Sprüche. Gott handelt. Die Mörder und Verbrecher werden vernichtet. Nur Noah bleibt übrig. Noah und seine Familie. Die letzten Gerechten entkommen auf der Arche. Alle anderen sterben. Gott macht ernst.

Und dann?

Dann merkt Gott, dass es so nicht geht.
Das Böse lässt sich nicht mit Gewalt aus der Welt schaffen.
Auch nach der Sintflut ist es vorhanden.
Der Mensch hat sich nicht verändert.

Aber Gott hat sich verändert.
Gott lernt dazu.
Gott merkt, dass Gewalt kein Heilmittel gegen das Böse ist.

Gott geht einen anderen Weg.
Gott reicht der Welt die Hand zur Versöhnung:

"Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht."


(Die Bibel, 1. Buch Mose Kapitel 9 Vers 22. Der Monatsspruch für Januar)


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Bild: Karsten Willemer

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"Predigtgedanken" neu geordnet.

Ich habe die Seite "Predigtgedanken" neu geordnet. Dort findet man nun die Überschriften zu meinen Predigten. Über einen Link wird man direkt zur richtigen Predigt geleitet. Das neue System ist übersichtlicher, auch angesichts einer steigenden Zahl von Predigten, die hier veröffentlicht sind.
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Pastoren als Sündenbock

Wieder einmal müssen es die Pastoren ausbaden. Diesen Eindruck gewinnt man bei der Lektüre des Beitrags von Manfred Josuttis im Deutschen Pfarrerblatt (3/2014). Josuttis kritisiert die Ausblendung des Opfergedankens in theologischen Entwürfen der Gegenwart. Das Opfer sei eine „Grunddimension christlichen Glaubens“ und dürfe nicht vernachlässigt werden, so Josuttis. Wer dies tue, verzeichne die biblische Tradition in unzulässiger Weise. Dieser Kritik kann im Grundsatz erst einmal zugestimmt werden. In der Bibel begegnet uns Gottes Zuspruch und Anspruch, und beides will wahrgenommen sein.

Problematisch wird es, wenn Josuttis im dritten Teil seines Beitrages unter der Überschrift „Die Opferbereitschaft der Zeugen“ ganz konkret den Beamtenstatus und die Besoldung der deutschen Pfarrerschaft ins Visier nimmt. Die Besoldung der Pfarrerschaft durch ein beamtenähnliches Modell in Preußen sei der Versuch gewesen, die Pfarrerschaft dem Proletariat zu entfremden, kritisiert Josuttis. Und er geht noch weiter: Durch den Beamtenstatus hätten die Pastoren die Ungesichertheit ihrer Existenz verloren, die seit dem Märtyrer Stephanus kennzeichnend für alle Zeugen Jesu gewesen sei. Deshalb sieht Josuttis es als Chance an, wenn der Beamtenstatus  für Pastoren langfristig nicht zu halten sei. Denn dann „wird der Pastorenberuf … eine Berufung benötigen, in der die Wahl zwischen Gott und dem Mammon nicht nur im Geist zu treffen ist.“

Diese Aussage ist, mit Verlaub, eine Frechheit. Unterstellt sie doch der gegenwärtigen Pfarrerschaft, den Pastorenberuf nicht aufgrund einer Berufung, sondern aus Bequemlichkeit gewählt zu haben. Offenbar hat der Herr Professor seine eigenen Jahre im Pfarrhaus bereits so verklärt, dass ihm ein klarer Blick auf die Wirklichkeit nicht mehr möglich ist.

Als gutsituierter Emeritus lässt sich leicht von anderen Opfer verlangen. Da kann man dann auch entspannt die theologische Existenz im Kirchenkampf oder in der DDR idealisieren und zum Vorbild für die heutige angeblich verweichlichte Pastorengeneration missbrauchen.

Die Frage, warum Josuttis Zeugenschaft allein auf die Berufsgruppe der Pastoren begrenzt, beantwortet er nicht. Der Verdacht drängt sich auf, mit dem Beitrag solle die Pfarrerschaft ideologisch sturmreif geschossen werden, um in der Zukunft noch größere Opfer von ihr zu verlangen. Damit hätte sich Josuttis allerdings zum nützlichen Idioten der kirchlichen Obrigkeit gemacht, die er sonst so gerne kritisieren möchte.





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7 Wochen ohne Internet?

Von der Schauspielerin Iris Berben wird berichtet, sie sei glücklich ohne Internet und E-Mail. Statt mit Smartphone und Computer verbringe sie die Zeit lieber mit Büchern und Tagträumen, heißt es in der CZ.
Eine erstaunliche Meldung. Sie belegt, dass auch Menschen, die im Berufsleben stehen, auf neue Medien verzichten können. Nun gehört Frau Berben mit 63 Jahren nicht zu der Generation, die mit Smartphone und Tablet aufgewachsen sind. Und vermutlich hat sie Mitarbeiter, die ihre Kommunikation mit der Außenwelt sicherstellen. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass eine Schauspielerin, die ja von ihrer Präsenz in der Öffentlichkeit lebt, nicht aktiv bei Facebook, Twitter und Co. ist.
Offenbar geht es also doch noch, ohne die Nutzung des Internets zu leben.

Am Aschermittwoch beginnt wieder die evangelische Fastenaktion »7 Wochen Ohne«. Mehr als drei Millionen Menschen folgen der Einladung zum Fasten im Kopf: sieben Wochen lang die Routine es Alltags hinterfragen, eine neue Perspektive einnehmen, entdecken, worauf es ankommt im Leben. Seit mehr als 30 Jahren lädt »7 Wochen Ohne« dazu ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten.

Ob es wohl möglich ist, in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern auf die Nutzung des Internets zu verzichten? Ich bin mir selbst unsicher. Zu selbstverständlich erscheint mir der tägliche Blick in die E-Mails. Und die Website der Gemeinde muss schließlich auch gepflegt werden.

1999 hatte die Fastenaktion »7 Wochen Ohne« das Motto »Medienlos« ausgegeben und zum kritischen Umgang mit dem eigenen Medienkonsum aufgerufen. Damals sah die Medienlandschaft noch anders aus.
Heute ist das Internet eine selbstverständliche Plattform auch für die Fastenaktion selbst. Unter www.7wochenohne.evangelisch.de finden Sie Infos, Videos und Downloads zum diesjährigen Motto »Selber denken – 7 Wochen ohne falsche Gewissheiten«. Unter anderem auch ein »Selberdenker-Test« zur Überprüfung: »Welcher Typ sind Sie?«.

Man kann über solche Dinge lächeln oder den Kopf schütteln. Das Motto und die Aktion an sich bleiben ja richtig. Nutzen wir die Zeit bis Ostern, um unsere falschen Gewissheiten in Frage zu stellen. Was ist wirklich wichtig? Ist das, was wir tun, tatsächlich alternativlos? 
Vielleicht haben Sie ja den Mut, vorübergehend auf liebgewonnene Angewohnheiten zu verzichten. Möglicherweise auch auf das Internet.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit!

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