Karsten Willemer

Karsten Willemer lebt mit seiner Familie in Celle. Er ist dort Pastor an der Pauluskirche.

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Weihnachtschristen? Herzlich willkommen!

Ein Bekannter fragte mich neulich: „Sag mal ärgert es dich nicht, wenn am Sonntag all diese Weihnachtschristen in die Kirche kommen, die sonst nie im Gottesdienst dabei sind? Das ganze Jahr über kümmern Sie sich nicht um die Kirche, und zu Weihnachten nehmen sie den Frommen die Sitzplätze weg.“

Ich musste nicht lange überlegen: „Nein, im Gegenteil, ich freue mich, dass sie in den Gottesdienst kommen. Das ist doch auch eine Entscheidung. Es gibt so viele, die auch Weihnachten ganz ohne Kirche feiern.“

Um es noch deutlicher zu machen versuchte ich es mit einem Beispiel:

„Viele Menschen in unserem Land interessieren sich nicht für die Fußball-Bundesliga. Wenn aber die Weltmeisterschaft stattfindet, sitzen viele Bundesliga-Muffel begeistert vor dem Fernseher. Und niemand käme auf die Idee zu sagen: Wenn Ihr nicht jeden Samstag die Sportschau anschaltet, dann habt Ihr auch kein Recht die Länderspiele zu gucken.

Alle freuen sich gemeinsam an dem schönen Ereignis. Und wenn Deutschland mal wieder Weltmeister wird, dann ist das wie Weihnachten und Ostern zugleich.“

Wenn wir in der Pauluskirche Weihnachten feiern, dann ist das wie Weltmeisterschaft und Olympische Spiele zugleich. Es ist ein tolles Ereignis, das wir gerne mit allen teilen, die mitfeiern wollen.

Sie möchten dabei sein? Herzlich willkommen!


Birgit Koester
vor fast 5 Jahren
Das Phänomen der sogenannten "U-Boot-Christen" , die nur Weihnachten auftauchen,kennt man ja auch in der katholischen Kirche (hoffe ich darf mich hier äußern ;-) ).Ich bin dann eher amüsiert wenn sie dann in der ersten Reihe sitzen und man merkt, das sie sich sonst eher selten in der Kirche sehen lassen. Es ist aber auch schön, wenn man merkt, das auch in der Adventszeit Menschen dazukommen, die man sonst im Jahr eher seltener sieht und die Gemeinschaft und die besinnliche Atmosphäre zu schätzen weiß. Eine schöne Weihnachtszeit und viele Grüße aus Münster
Karsten Willemer vor fast 5 Jahren
Liebe Frau Koester,
ich freue mich, dass Sie meine Seite lesen und kommentieren!
Ja, die Unsicherheit ist manchmal groß bei den Menschen, die nicht regelmäßig am Gottesdienst teilnehmen. Ich nehme das für mich als Aufgabe, die Gottesdienste so zu gestalten, dass auch diese Menschen entspannt teilnehmen können. Die Bezeichnungen "Weihnachtschristen" oder "U-Boot-Christen" ist nicht besonders schmeichelhaft und trägt in sich den Vorwurf: Warum kommt Ihr nicht öfter?
Mir ist es wichtig, die Menschen wertzuschätzen, die selten in die Kirche kommen. Ich freue mich, dass sie da sind. Ich freue mich auch, wenn sie wieder kommen. Aber zunächst freue ich mich jetzt, dass sie jetzt da sind.
Wir haben in der Pauluskirche gute Erfahrungen gemacht mit besonderen Gottesdienstangeboten. So bieten wir mehrmals im Jahr einen abendlichen Filmgottesdienst an, die "Sternstunde". Da kommen dann viele, die am Sonntagmorgen zuhause bleiben. Und auch da sagen wir: Herzlich willkommen!
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Hubschrauber-Pastoren sind grauenvoll!

Es ist erstaunlich, welche seltsamen Vorstellungen auch kirchenleitende Personen vom Pfarrberuf haben. In seinem Gastkommentar in der Evangelischen Zeitung vom 1. Dezember fordert Henning von Wedel, Mitglied der Kirchenleitung der Nordkirche, nicht weniger als die ständige Präsenz der Pastorinnen und Pastoren in den Gemeinden. Wer als Ordinierter ein Recht auf Freizeit für sich beansprucht macht sich verdächtig. Wer das seltene predigtfreie Wochenende zu etwas anderem nutzt als zum Gottesdienstbesuch, ist letztlich Schuld an den leeren Kirchenbänken. Und wer es wagt, neben seinem Beruf auch noch Zeit für die eigene Familie zu haben oder gar für persönliche Bedürfnisse, dem wird die theologische Existenz abgesprochen. Ja, geht’s noch?

Ärgerlich und völlig unevangelisch ist auch Wedels Bild von der Gemeinde, wenn er die Gemeindeglieder mit (unmündigen) Kindern gleichsetzt, um die sich Pastorinnen und Pastoren wie fürsorgliche Eltern ohne Pause zu kümmern hätten. Die Menschen in den Gemeinden sind in der Regel viel selbständiger als Wedel glaubt. Und „Hubschrauber-Pastoren“, die unablässig um ihre Gemeinde kreisen, sind ebenso grauenvoll wie die entsprechenden Eltern.

Hoffentlich ist Wedels Kommentar eine extreme Einzelmeinung und kein kirchenleitender Konsens. Klar ist: Wer den Pastorenberuf mit solch überzogenen Ansprüchen belegt, hat offenbar kein Interesse an Nachwuchstheologen. Denn junge Menschen, die ihrem Arbeitgeber unbegrenzten Einsatz bis zur Selbstaufgabe bieten, finden in der freien Wirtschaft bessere Angebote.





Christof Vetter vor fast 5 Jahren
ich würde gernd er Redaktion vorschlagen, diese Meinungsäußerung als leserbrief zu veröffentlichen... Ihr Einverständnis vorausgesetzt...
Karsten Willemer vor fast 5 Jahren
Schlagen Sie es gerne vor. Ich hab den Text der Redaktion auch schon gemailt.
Es freut mich, dass Sie meine Seite wahrnehmen.
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Das Leben ist bunt

„Mit Unterschieden leben!"  So lautet das Motto der diesjährigen Woche der Diakonie. Es wirbt dafür die Vielfalt in der Gesellschaft als Gewinn zu sehen.

„Menschen sind ja so verschieden.", sagt etwa Diakonie-Direktor Christoph Künkel. „Das macht den Reiz unseres Miteinanders aus, das wir verschieden aussehen, unterschiedlich denken, anders leben. Unsere Gesellschaft lebt von der Vielfalt."

Dem kann ich nur zustimmen. Wer wollte schon in einer voller gleichförmiger Klone leben? Allerdings gibt es die wunderbare Vielfalt nicht umsonst. Es kostet etwas, dass die unterschiedlichen Menschen gut zusammen leben können.
Es kostet Zeit und Geld und Kraft, wenn wir diejenigen unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind. Es kostet Rücksichtnahme und Verständnis, wenn wir denen offen begegnen, die anders leben als wir.

Die Woche der Diakonie hat den Gedanken der Inklusion in den Mittelpunkt gestellt. Diakoniedirektor Künke beschreibt Inklusion so: „Es geht nicht um Gleichmacherei. Wohl aber soll allen Menschen die Möglichkeit eingeräumt werden, selbstbestimmt und in eigener Verantwortung am Leben teilzuhaben, unabhängig von einer Behinderung, ihrem Alter, dem Einkommen oder ihrer Herkunft."

„Mit Unterschieden leben!" Diese Idee ist auch eine Herausforderung. Denn die Vielfalt, die unsere Gesellschaft bunt macht, wird immer wieder als Bedrohung empfunden. Wir wollen keine Welt voller Klone. Aber wir haben auch Angst vor dem, was anders ist. Dann bauen wir innerlich Mauern auf. Wir wehren ab, was wir nicht kennen.

Abwehrende Stimmen meldeten sich nachdem der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland eine Orientierungshilfe zum Thema Familie herausgegeben hatte. Das traditionelle Bild von Ehe und Familie sei in Gefahr, wenn anderen Formen von Lebensgemeinschaften gleiche Rechte eingeräumt würden.
Warum das so sein soll, leuchtet mir allerdings nicht ein. Meine  Ehe wird doch nicht wertloser, wenn auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen.

Das Leben ist bunt. Und wir Menschen sind ja so verschieden. Das ist nicht immer ganz einfach zu ertragen. Aber es lohnt sich, wenn wir lernen, mit Unterschieden zu leben.

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Es geht wieder los!

Heute hat nach den Sommerferien die Schule wieder begonnen. Und viele Erwachsene sind aus dem Urlaub zurückgekehrt. Nach der (hoffentlich guten) Erholung beginnt nun der Alltag.

Die Tageslosung für heute (8. August) lautet:

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. (Sacharja 2,14)

Sie weist nach vorne. Nicht nur weil der Vers an ein Adventslied erinnert. Die Losung erinnert uns daran, dass Gott zu uns kommt. Eine Ermutigung für die Herausforderungen, die vor uns liegen. Was immer kommt, eines ist gewiss: Gott kommt und dann wird alles gut.

Ich wünsche allen einen guten Start!

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Unterwegs sein

Auf der Seite Predigtgedanken finden Sie eine neue Predigt.
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Aufruf: Neonazi-Internetseite "Altermedia" abschalten!

  • Altermedia ist ein Internetportal von und für Neonazis. Die Seite ist an Radikalität nicht zu überbieten. Seit zehn Jahren hetzen Rechtsextreme auf "Altermedia" gegen Ausländer, Juden und politische Gegner.
  • Altermedia verbreitet Angst und verbale Gewalt. "Altermedia" denunziert, verleumdet und bedroht Personen, die sich mit dem Rechtsextremismus auseinandersetzen.
  • Altermedia lässt keinen Zweifel darüber, wer ihre Gegner sind. Das Portal sendet ungehindert rassistischen, antisemitischen und homophoben Hass.
  • Altermedia ist eine Webseite, die psychische Gewalt ausübt und physische Gewalt vorbereitet.

Deshalb ist nochmals ist die Petition gestartet worden: Altermedia ist eine kriminelle Webseite und muss abgeschaltet werden!

 

Bitte unterschreiben auch Sie auf folgender Internetseite die Petition an Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich: http://www.avaaz.org/de/petition/Antisemitismus_Hass_und_Gewalt_rechtsextreme_Hassseite_abschalten/?launch 

 

Bitte leiten Sie den Link zur Petition auch an Freunde, Bekannte, Mitstreiter etc. weiter. Machen Sie den Aufruf bekannt! Veröffentlichen Sie ihn auf Ihren Webseiten, face-book oder wo immer Sie die Gelegenheit dazu haben!

 

Initiator des Aufrufs ist der "Runde Tisch für Toleranz und Menschlichkeit, gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in der Stadt Gera". Das "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" unterstützt diesen Aufruf in vollem Umfang. Es ist auch unser großes Anliegen, dass die                 menschenverachtende Internetseite Altermedia endlich aus dem Netz verschwindet.

 

 

         Mit freundlichen Grüßen,

         Wilfried Manneke


         Pastor
         Wilfried Manneke
         Schulstraße 9
         29345 Unterlüß



         info@netzwerk-südheide.de

         www.netzwerk-südheide.de

 


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Zum Tagesthema: Streitfall Altenhilfe

Ich habe vor 10 Jahren für einen diakonischen Altenhilfeträger gearbeitet. Heute bin ich regelmäßig als Pastor in Pflegeheimen zu Gast. Meine Beobachtungen sind diese:
1. Es besteht ein Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Wunsch nach guter Pflege und der tatsächlichen Vergütung des Pflegesektors. Bereits vor 10 Jahren war es so, dass die Pflegesätze sehr knapp bemessen waren. Soweit ich es sehe, ist das nicht besser geworden. Ich behaupte: Wenn wir mehr Qualität in der Pflege haben wollen, dann werden wir dafür bezahlen müssen.
2. In meiner Arbeit erlebe ich viele Pflegekräfte, die sehr engagiert ihre Arbeit machen. Der Kontakt zu den Menschen ist ihnen wichtig. Erschwert wird ihnen die Arbeit durch die äußeren Rahmenbedingungen. Dazu gehören knapp gestrickte Dienstpläne mit einer Minimalbesetzung als Normalzustand, undurchsichtige und unbewegliche Leitungsstrukturen beim Träger sowie eine überbordende Dokumentationspflicht. Wenn wir eine verstärkte menschliche Zuwendung in diakonischen Heimen wollen, dann müssen wir für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rahmenbedingungen schaffen, die es ihnen ermöglicht für die Bewohner Zeit zu haben.
3. Viele Menschen zögern den Umzug in eine betreute Wohnsituation so lange wie möglich hinaus. Wenn er dann eintritt, wird er oft negativ erlebt. Menschen, die sich frühzeitig mit ihrer Situation auseinandersetzen, erleben diesen Schritt viel selbstbestimmter und damit positiver. Ich kann also auch als Betroffener etwas dafür tun, dass ich bei Pflegebedürftigkeit gut lebe.
4. Das Thema ist nicht nur für Menschen ab 50 wichtig. Gerade die junge Generation wird die Folgen der Entscheidungen tragen, die wir heute treffen. Wer also in 50 Jahren als alter Mensch gut versorgt sein will, sollte sich jetzt schon mit dem Thema auseinandersetzen.
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Politik und Bibel

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
(Römer 12,21)

Der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich erklärt in der aktuellen Ausgabe der Evangelischen Zeitung den Vers aus dem Römerbrief zu seinen Lieblings-Bibelwort.
Schade nur, dass in seinen politischen Äußerungen davon so wenig zu spüren ist.
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Wir müssen unsere Demokratie aktiv verteidigen!

Der Geheimdienst der USA überzieht die Welt mit einem riesigen Überwachungsnetz. In Russland werden die Rechte von Homosexuellen eingeschränkt. Die Regierung der Türkei lässt auf Demonstranten einprügeln. Während überall auf der Welt die Bürgerrechte in Gefahr geraten schreckt mich eine Meldung der örtlichen Tageszeitung auf:
"Protestpartei der Nichtwähler - Abschied von einem Mythos" heißt es da. In einer Studie hat das Institut Allensbach herausgefunden, dass die meisten Nichtwähler nicht aus Protest den Urnen fernbleiben. Ihnen ist die Politik einfach egal.
Wenn das stimmt, dann ist das ein Alarmsignal. Denn die Demokratie ist darauf angewiesen, dass sich die Bevölkerung an ihr beteiligt. Demokratie, also "Volksherrschaft", geht nicht ohne das Volk. Wir müssen also selbst aktiv werden, wenn wir die Demokratie erhalten wollen.
"Der typische Nichtwähler in Deutschland ist Geringverdiener, bildungsschwach, wohnt häufig in sozialen Brennpunkten und ist nach gängigen sozio-ökonomischen Kriterien Angehöriger der sogenannten Unterschicht.", wird das Institut Allensbach zitiert. Mit anderen Worten: Das sogenannte Prekariat ist nicht nur wirtschaftlich abgehängt, sondern auch politisch. Hier tickt eine Zeitbombe, die um so gefährlicher wird, je länger wir sie nicht entschärfen.
Was ist zu tun? Eigentlich sind die Rezepte wohlbekannt:
1. Die Bildung muss verbessert werden. Kein Turboabitur, sondern die Situation der Bildungsfernen verbessern. Das kostet Geld. Aber wenn damit die Demokratie gerettet wird, dann ist dieses Geld gut angelegt.
2. Die wirtschaftliche Situation der Einkommensschwachen verbessern. Es darf weder Hungerlöhne noch zu knapp bemessene Sozialleistungen geben.
3. Zum Mitnachen aktivieren. Politisches und soziales Engagement braucht Vorbilder. Es gibt sie. Vereine, Kirchen, Feuerwehren, aber auch Einzelpersonen. Sie müssen unterstützt werden. Und sie müssen sich öffnen für Menschen aus allen Schichten.
Das ist vielleicht die schwerste Aufgabe, denn sie ist nicht allein mit Geld zu bewältigen. Hier ist viel Geduld notwendig. Doch wenn unsere Demokratie überleben soll, werden wir kaum eine andere Wahl haben
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Fluthilfe der Diakonie Katastrophenhilfe



Dokument: DKH_Plakat_A4_quer_... (PDF)
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